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Website erstellen lassen – welche technische Wartung braucht meine Website danach?

Updates, Backups und funktionierende Kontaktwege: Welche Aufgaben nach dem Start anfallen, was Ihr Anbieter übernimmt und was Sie mit Ihrer Agentur klären sollten.

Paul Gerngroß
Geschäftsführer, Gerngross Media
Website mit geöffnetem Technikfach, Update- und Backup-Symbolen sowie gelbem Warndreieck als Hinweis auf technische Wartung – KI-generiert.
Auch hinter einer fertigen Website stehen technische Aufgaben: Updates, Sicherungen und funktionierende Kontaktwege brauchen klare Zuständigkeiten. KI-generiertes Symbolbild.

Ihre Website ist online. Die Seiten sehen gut aus, das Kontaktformular funktioniert und Ihr Unternehmen ist erreichbar. Müssen Sie sich jetzt noch um die Technik kümmern?

Das hängt davon ab, wie Ihre Website aufgebaut ist. Manche Systeme nehmen Ihnen einen großen Teil des technischen Betriebs ab. Bei anderen müssen das System, Erweiterungen und die Hosting-Umgebung regelmäßig betreut werden. Hinzu kommen eingebundene Dienste, Zugänge und Funktionen, die auch nach dem Start zuverlässig arbeiten sollen.

Wenn Sie eine Website erstellen lassen, sollten Sie deshalb nicht nur die Umsetzung besprechen. Ebenso wichtig ist die Frage: Wer kümmert sich darum, dass sie im Alltag funktioniert?

1. Was gehört überhaupt zur technischen Wartung einer Website?

Technische Wartung umfasst die Arbeiten, die Ihre Website funktionsfähig und ihre eingesetzten Komponenten auf einem unterstützten Stand halten. Dazu können Software-Updates, Datensicherungen, Funktionsprüfungen und die Betreuung externer Verbindungen gehören.

Ein Beispiel: Besucher können Ihr Kontaktformular weiterhin öffnen und ausfüllen. Nach einer Änderung am E-Mail-Dienst kommen die Nachrichten allerdings nicht mehr bei Ihnen an. Von außen wirkt die Seite zunächst normal. Trotzdem funktioniert einer ihrer wichtigsten Bestandteile nicht.

Oder eine Erweiterung für Terminbuchungen wird aktualisiert und verträgt sich anschließend nicht mehr mit einer anderen Komponente. Dann reicht es nicht, dass jemand auf „Aktualisieren“ geklickt hat. Entscheidend ist, ob die Buchung danach noch funktioniert.

Wer eine Website erstellen lassen möchte, sollte technische Betreuung deshalb anhand konkreter Aufgaben besprechen. Der Begriff „Wartung“ allein sagt wenig darüber aus, was tatsächlich geprüft und übernommen wird.

„Eine Website ist erst dann zuverlässig betreut, wenn klar ist, wer Änderungen prüft, Fehler bemerkt und sich um die Behebung kümmert.“

2. Muss bei jeder Website dieselbe Technik gepflegt werden?

Nein. Der Wartungsbedarf richtet sich nach dem System, der Hosting-Lösung und den eingebundenen Funktionen. Auch der vereinbarte Betreuungsumfang spielt eine Rolle.

Bei gehosteten Baukästen und Plattformen wie Wix, Squarespace, Jimdo oder Webflow betreibt der Anbieter die zugrunde liegende Plattform. Welche Aufgaben zusätzlich bei Ihnen oder Ihrer Agentur liegen, hängt unter anderem von eigenen Anpassungen und externen Diensten ab.

Bei selbst betriebenen Content-Management-Systemen wie WordPress, Joomla, Drupal oder TYPO3 müssen System und Erweiterungen betreut werden. Ein Managed-Hosting-Angebot kann bestimmte Aufgaben übernehmen. Welche das sind, muss im jeweiligen Leistungsumfang stehen. Drupal unterscheidet beispielsweise ausdrücklich zwischen Aktualisierungen des Systems, der Module und der Themes. Quelle: Drupal-Dokumentation

Bei individuell entwickelten Websites können eigener Programmcode, verwendete Software-Bibliotheken und die Serverumgebung Wartung benötigen. Eine einfache statische Website hat dabei andere Anforderungen als ein Kundenportal mit Anmeldung und Datenbank.

Website-LösungWas bei der Betreuung geklärt werden sollte
Gehostete Plattform oder BaukastenAufgaben des Anbieters, externe Apps, eigener Code, Wiederherstellung und Funktionskontrollen
Selbst betriebenes CMSSystem- und Erweiterungsupdates, Hosting-Umgebung, Backups und Tests
Individuelle EntwicklungBetreuung des Codes, Software-Abhängigkeiten, Serverbetrieb und technische Dokumentation

Wenn Sie eine Website erstellen lassen, sollte Ihr Anbieter erklären können, welche dieser Aufgaben bei Ihrer konkreten Lösung entstehen. Eine lange Liste allgemeiner Wartungsleistungen ersetzt diese Einordnung nicht.

3. Warum müssen Plugins und andere Erweiterungen aktualisiert werden?

Erweiterungen ergänzen Funktionen, beispielsweise Formulare, Buchungen oder einen Onlineshop. Je nach System heißen sie Plugins, Module, Extensions oder Apps.

Aktualisierungen können Sicherheitslücken schließen, Fehler beheben und die Zusammenarbeit mit neueren Systemversionen ermöglichen. Gleichzeitig können Änderungen Auswirkungen auf andere Bestandteile der Website haben.

Bei WordPress sollten deshalb neben dem eigentlichen System auch Plugins und Themes berücksichtigt werden. Die offizielle Dokumentation empfiehlt, Erweiterungen aktuell zu halten und vor Plugin-Updates eine aktuelle Sicherung anzulegen. Quelle: WordPress-Dokumentation

Für die Betreuung sollten Sie einen nachvollziehbaren Ablauf vereinbaren: Welche Aktualisierungen sind nötig? Gibt es eine Wiederherstellungsmöglichkeit? Müssen größere Änderungen zunächst in einer separaten Testumgebung geprüft werden? Und welche Funktionen werden anschließend kontrolliert?

Automatische Updates können dabei helfen. Sie ersetzen jedoch nicht die Zuständigkeit für Fehler und Funktionsprüfungen.

Auch Erweiterungen, die nicht mehr gepflegt werden, verdienen Aufmerksamkeit. Dann muss geprüft werden, ob sie weiterhin benötigt werden oder ersetzt werden sollten.

Wenn Sie eine Website erstellen lassen, lohnt sich deshalb schon bei der Planung ein bewusster Umgang mit zusätzlichen Funktionen. Was tatsächlich gebraucht wird, erklären wir im Beitrag Welche Seiten und Funktionen braucht meine Website wirklich?

4. Was muss ein Backup können?

Ein Backup soll ermöglichen, einen funktionierenden Zustand wiederherzustellen. Dafür muss zunächst klar sein, welche Bestandteile gesichert werden.

Bei einer Website mit Datenbank reichen die sichtbaren Bilder und Texte allein möglicherweise nicht aus. Auch Einstellungen, Datenbankinhalte und weitere Dateien können für die Wiederherstellung nötig sein. Bei einer gehosteten Plattform funktioniert die Sicherung häufig über deren eigene Versions- oder Wiederherstellungsfunktionen.

Webflow bietet beispielsweise gespeicherte Website-Versionen zur Wiederherstellung an. Welche Auswirkungen eine Wiederherstellung hat, sollte vor ihrer Nutzung geprüft werden. Quelle: Webflow-Hilfe

Klären Sie deshalb:

  • Welche Daten und Einstellungen enthält die Sicherung?
  • Wie häufig wird gesichert und wie lange werden Sicherungen aufbewahrt?
  • Wer kann eine Wiederherstellung durchführen?
  • Wurde der Ablauf bereits getestet?
  • Sind Daten externer Dienste separat abgesichert?

Eine Website-Sicherung umfasst nicht automatisch die Daten Ihres Buchungsdienstes, Ihres E-Mail-Postfachs oder Ihrer Kundensoftware.

Wie häufig Backups sinnvoll sind, hängt auch davon ab, wie viel sich verändert. Bei täglichen Bestellungen wäre ein größerer Datenverlust anders zu bewerten als bei einer selten geänderten Informationsseite.

5. Was sollte regelmäßig auf Funktion geprüft werden?

Technische Probleme fallen nicht immer durch eine komplett ausgefallene Website auf. Häufig betrifft der Fehler einen einzelnen Schritt, den Besucher für eine Anfrage brauchen.

Prüfen Sie deshalb die tatsächlichen Abläufe: Lässt sich das Formular absenden? Kommt die Nachricht beim richtigen Empfänger an? Funktionieren Bestätigung, Dateianhang und Weiterleitung? Wird eine gebuchte Zeit auch im vorgesehenen Kalender eingetragen?

Auch Telefonnummern, E-Mail-Links, Downloads und Verweise auf andere Seiten sollten funktionieren. Auf dem Smartphone dürfen wichtige Schaltflächen nicht verdeckt sein oder außerhalb des sichtbaren Bereichs liegen.

Erreichbarkeit

Laden die wichtigen Seiten und sind Domain und sichere Verbindung verfügbar?

Funktionen

Kommen Anfragen an und funktionieren Buchungen sowie eingebundene Dienste?

Wieder­herstellung

Ist geklärt, wie nach einem Fehler ein funktionierender Stand zurückkommt?

Wer eine Website erstellen lassen möchte, sollte diese Kontrollen besonders für die geschäftlich wichtigen Kontaktwege vereinbaren. Ein Bericht über installierte Updates sagt noch nicht, ob eine Kundenanfrage erfolgreich ankommt.

6. Was bleibt bei Baukästen und gehosteten Plattformen zu beachten?

Wenn der Anbieter die Plattform betreibt, müssen Sie bestimmte technische Aufgaben nicht selbst erledigen. Trotzdem bleiben Zuständigkeiten.

Dazu gehören beispielsweise Domainverlängerungen, aktuelle Zahlungsdaten, erreichbare Ansprechpartner und der Zugriff auf die richtigen Konten. Auch externe Buchungssysteme, Newsletter-Dienste oder individuell eingebauter Code können Aufmerksamkeit benötigen.

Dass die Plattform funktioniert, bedeutet nicht automatisch, dass jede eigene Erweiterung mitbetreut wird. Webflow grenzt beispielsweise die Unterstützung für individuellen Code vom regulären Support ab. Quelle: Webflow-Hilfe zu individuellem Code

Ähnlich wichtig ist die Unterscheidung zwischen automatischer Bereitstellung und Kontrolle. Bei Webflow werden SSL-Zertifikate unter den vorgesehenen Voraussetzungen automatisch erneuert. Dafür müssen unter anderem die Domain-Einstellungen weiterhin korrekt auf Webflow zeigen. Quelle: Webflow-Hilfe zu SSL

Sie brauchen also nicht für jede Website jemanden, der manuell Zertifikate oder Plugins aktualisiert. Sie brauchen eine klare Zuordnung der tatsächlich anfallenden Aufgaben.

7. Wie oft braucht meine Website technische Betreuung?

Eine allgemeine Antwort wie „einmal im Monat“ greift zu kurz. Unterschiedliche Aufgaben haben unterschiedliche Auslöser.

Eine kritische Sicherheitslücke verlangt eine andere Reaktion als eine kleine optische Unstimmigkeit. Nach größeren Änderungen sollten die betroffenen Funktionen geprüft werden. Domain- und Vertragsverlängerungen brauchen wiederum rechtzeitig Aufmerksamkeit vor dem jeweiligen Termin.

Sinnvoll ist deshalb eine Kombination aus regelmäßigen Kontrollen und anlassbezogenen Arbeiten.

Wenn Sie eine Website erstellen lassen, fragen Sie nach dem konkreten Vorgehen: Wer bekommt technische Meldungen? Wer bewertet deren Dringlichkeit? Wie wird reagiert, wenn das Formular ausfällt? Und was passiert außerhalb der vereinbarten Betreuungszeiten?

Dabei sollte der Umfang zur Bedeutung der Website passen. Eine Informationsseite und ein Onlineshop mit laufenden Bestellungen benötigen nicht zwangsläufig dieselbe Betreuung.

8. Was sollte in einem Wartungs- oder Betreuungsangebot stehen?

Ein gutes Angebot macht verständlich, welche Leistungen enthalten sind und wo zusätzliche Arbeiten beginnen.

Dazu gehören die betreuten Systeme und Erweiterungen, der Umgang mit Updates, Sicherungen und Funktionsprüfungen sowie ein Ansprechpartner bei Störungen. Ebenso wichtig ist die Frage, ob Fehlerbehebungen enthalten sind oder gesondert beauftragt werden.

Lassen Sie auch erklären, was eine vereinbarte Reaktionszeit bedeutet. Eine erste Rückmeldung ist nicht dasselbe wie eine garantierte Behebung innerhalb dieser Zeit.

Zugänge sollten nachvollziehbar zugeordnet sein. Ihr Unternehmen sollte die vereinbarten administrativen Zugriffsmöglichkeiten haben, ohne dass im Alltag jeder Beteiligte uneingeschränkte Rechte benötigt.

Neue Texte, zusätzliche Seiten und neue Funktionen sind von technischer Wartung zu unterscheiden. Auch laufende Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die Aufbereitung für KI-gestützte Antworten (GEO) sind eigene Leistungen, sofern sie nicht ausdrücklich vereinbart wurden.

Welche Fragen bereits bei der Auswahl eines Dienstleisters helfen, lesen Sie im Beitrag Welche Agentur passt zu mir, wenn ich eine Website erstellen lassen möchte?

Fazit: Klären Sie die Betreuung vor dem Website-Start

Wenn Sie eine Website erstellen lassen, sollten Sie wissen, welche technische Verantwortung danach bei wem liegt.

Dafür müssen Sie selbst keine Updates installieren oder Fehler im Programmcode suchen können. Sie sollten aber verstehen, welche Aufgaben Ihre Lösung benötigt, was der Plattformanbieter übernimmt und wofür Sie zusätzliche Betreuung vereinbaren.

So können Sie Wartungsangebote nach ihrem tatsächlichen Inhalt beurteilen und vermeiden, dass wichtige Aufgaben zwischen Unternehmen, Agentur und Hosting-Anbieter liegen bleiben.

KURZ BEANTWORTET

Welche technische Wartung Ihre Website braucht, hängt vom System und den eingesetzten Funktionen ab. Bei selbst betriebenen CMS können System-, Plugin- und Theme-Updates anfallen. Gehostete Plattformen übernehmen Teile des technischen Betriebs, betreuen aber nicht automatisch jede externe Verbindung oder individuelle Anpassung. Backups, funktionierende Kontaktwege, sichere Zugänge und klare Zuständigkeiten sollten bei jeder Lösung besprochen werden. Wenn Sie eine Website erstellen lassen, klären Sie deshalb bereits vor dem Start, wer welche Aufgaben übernimmt.

Welche Betreuung braucht Ihre Website wirklich?

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